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Basiswissen Blattkrankheiten

Welche Folgen haben pilzliche Blattkrankheiten im Rübenanbau?

Je nach Infektionstermin und -verlauf können durch Blattkrankheiten bis zu 40 % Verluste im Zuckerertrag entstehen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie diese Verluste verhindern oder zumindest reduzieren. Dazu gehört eine Gesamtstrategie zur Vorbeugung und Behandlung von Blattkrankheiten. Vorbeugend sollte die Rübensorte über ein Mindestmaß an Resistenzleistung gegenüber den wichtigsten Krankheiten Cercospora, Meltau und Ramularia verfügen. Gleichzeitig ist es wichtig die Rüben mit allen Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen, um die eigene Vitalität zu verbessern. In vielen Rübenregionen reichen die vorbeugenden Maßnahmen jedoch nicht aus, so dass die Blattkrankheiten zusätzlich mit Fungiziden kontrolliert werden müssen.

Wie ermittle ich die Bekämpfungsschwelle von Blattkrankheiten?

Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Zum einen gibt es Prognosemodelle, welche anhand von Witterungsdaten die Infektionswahrscheinlichkeit berechnen und somit einen Behandlungstermin empfehlen können.

Zum anderen gibt es die Blattrupfmethode: Nehmen Sie an 100 Pflanzen diagonal über das Feld verteilt je ein zufällig ausgewähltes Blatt aus dem mittleren Teil des Blattapparates. Zählen Sie anschließend diejenigen Blätter, die einen Krankheitsbefall aufweisen. Als befallen gilt ein Blatt, wenn ein Symptom (Cercospora, Ramularia, Echter Mehltau, Rübenrost) gefunden wird. Das Ergebnis gibt den Befall Ihres Bestandes in Prozent wieder.

Die wirtschaftliche Bekämpfungsschwelle ist regional sehr unterschiedlich. Die Sorte, das Klima, der Erntetermin, der erwartete Erlös usw. sind dabei zu berücksichtigen. Wichtig: Je früher ein Befall auftritt, desto wirtschaftlicher ist eine Fungizidbehandlung. Diese sollte mit einem geeignetem Fungizid bei guter Benetzung (mindestens 300 l/ha Wasser) und geringen Temperaturen (< 20°C) möglichst morgens (geöffnete Spaltöffnungen) durchgeführt werden.

Neben den allgemein verbreiteten Richtwerten (siehe unten) gibt es für Starkbefallsregionen auch angepasste Warnschwellen in Höhe von:

2 % (bis 31.07.); 7 % (bis 15.08.); 25 % (ab 16.08.); 25 % (Zweitbehandlung)

Welche Bekämpfungsschwellen gelten bei pilzlichen Blattkrankheiten?

Boniturtermin: Befallshäufigkeit = Blattflecken (Cercospora, Ramularia, Echter Mehltau, Rübenrost) an:
bis 31. Juli 5 von 100 zufällig aus dem mittleren Blattapparat gerupften Blättern (durchgehender Anfangsbefall)
01. bis 15. August 15 von 100 zufällig aus dem mittleren Blattapparat gerupften Blättern
ab 15. August 45 von 100 zufällig aus dem mittleren Blattapparat gerupften Blättern

Die Fungizidbehandlung sollte spätestens bei Erreichen der Bekämpfungsschwelle erfolgen um die Krankheitsentwicklung nachhaltig zu reduzieren. Die Bekämpfungsschwelle für eine Folgebehandlung (Zweitbehandlung) liegt ab Anfang August bei 15 und ab 15.08. bei 45 von 100 zufällig aus dem mittleren Blattkranz gerupften Blättern.